Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen …

Haben Sie schon einmal eine Wanderung auf einen hohen Berg unternommen? Bei Antritt des Weges scheint alles noch machbar und erreichbar zu sein. Beim Aufstieg merkt man nicht selten, dass einem die Puste ausgeht, es doch steiler bergauf geht oder das Ziel irgendwie nicht näherkommen will. Vertrackt ist es, wenn der Weg scheint`s gerade aus verläuft, dann aber eine Wendung macht und es zu einem Umweg wird. Mit Kindern wird eine solche Strecke nicht selten zu einer Beziehungsteststrecke. „Wie lange noch?“, „Wann sind wir da?“, „Kannst du mich tragen“. …

Am Gipfel angekommen macht sich oft eine gewisse Erleichterung und bestimmt auch Stolz bemerkbar, nicht umgekehrt zu sein und es geschafft zu haben. Der weite Blick, die vielleicht hohen Berge ringsum, lassen einen dann klein und demütig werden. Nicht selten setzt Staunen ein, über so viel Allmacht der Natur mit dem Menschen als kleines Wesen darin. Auf dem Berg scheint es, ist man Gott näher. Eine Erfahrung, die sich auch in der Bibel wiederfindet. Wichtige Gottesbegegnungen und Gotteserfahrungen ereignen sich dort auf Bergen – Tabor, Sinai, Horeb, Zion.

Die österliche Vorbereitungszeit auf das wichtigste Fest der Christen kann auch als eine „Bergerfahrung“ verstanden werden. Aus einer anderen Perspektive mit Gott auf das eigene Leben schauen, auf die unnützen oder sinnvollen Wege, die wir gehen, auf die vielen gesprochenen Worte oder auf die Beziehungen, die in dieser Zeit neu erfahren werden. Vielleicht auch auf die Wertigkeiten, die sich zurzeit massiv verschieben. 

Auch ein Ausblick darf in dieser Zeit gewagt werden. Man muss dabei kein Prophet sein, um festzustellen, dass wir uns in einer besonderen Zeitenwende befinden. Vieles wird sich verändern – nichts bleibt wie es ist. Bei alledem, was auf uns zukommt können wir gewiss sein, dass Gott uns in dieser Zeit nicht alleine lässt. Er ist mit uns in den „Tälern …“ und in den „Höhen des Lebens“ unterwegs, will Orientierung, Gelassenheit und Sicherheit schenken. Mit den Worten der Psalmen gesprochen:

Psalm 21

    Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.

    Woher kommt mir Hilfe?

    Meine Hilfe kommt vom Herrn,

    der Himmel und Erde gemacht hat.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit.

Dieter Strüwing, Pastoraler Koordinator

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