Gute Hirten

Schafherden mit einem Hirten sieht man heutzutage eher selten. Trotzdem ist uns das Bild vertraut und löst oft positive Gefühlsreaktionen aus. Im Sonntagsevangelium hören wir von Jesus als dem guten Hirten, wobei die Stellung des Hirten deutlich wird: Der gute Hirte, beispielsweise als Herrscher eines Volkes, kümmert sich um sein Volk, ihm ist jeder Einzelne und sein Wohlergehen wichtig. Dem Knecht, von dem Jesus spricht, liegt im Gegensatz dazu nichts an den Schafen. Das lässt mit Blick auf die Politik unwillkürlich an Wahrung von Eigeninteressen, an Machtmissbrauch und Korruption denken.

Es sollte also mehr „gute Hirten“ geben, Menschen, die diese Rolle gut ausfüllen können. In der Kirche stehen für dieses Bild oft die Bischöfe und Priester, aber kann das nicht auch weiter gedacht werden? Wie sieht es denn bei mir persönlich aus?

Immer wenn ich für Menschen Verantwortung übernehme, ob in der Familie, im Beruf oder im Verein, bewege ich mich in die Rolle des Hirten. Entscheidend ist hier mein Verhalten. Kümmere ich mich um die mir anvertrauten Menschen und setze mich für sie ein? Hier kann ich mir Jesus zum Beispiel nehmen, der der gute Hirte aller sein will. Nach seinem Vorbild kann ich handeln.

Diakon Michael Freitag

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