Das Wenige kann oftmals mehr werden…

Liebe Gemeinde,

Papst Franziskus hat den „Welttag der Großeltern und älteren Menschen“ eingeführt, der am heutigen Sonntag, dem 25.07.2021 zum ersten Mal und auch künftig am vierten Sonntag im Juli begangen werden soll. Dieser Termin ist nicht zufällig gewählt. Am 26. Juli gedenkt die kath. Kirche weltweit der Heiligen Joachim und Anna, sie sind die Eltern Marias und folglich die Großeltern Jesu.

Die Familie ist für Menschen die erste Erfahrung von Beziehung und von „zuhause“. Es sind Mutter, Vater, vielleicht auch Geschwister. Papst Franziskus lädt uns mit diesem Gedenktag dazu ein, ganz besonders an die Großeltern zu denken.

Ob wir noch jung an Jahren sind oder schon reichlich Lebenserfahrungen gesammelt haben, immer will die frohe Botschaft Jesu uns begleiten und leiten. Dazu lädt uns das heutigen Evangelium ein. Dort hören wir von der wunderbaren Brotvermehrung.

Genug Brot zu haben, ist ein Segen, Gott sei Dank! In unserer Region haben wir genug zu essen und seit langer Zeit haben wir keinen Hunger erfahren müssen. Für viele junge Leute ist Essensmangel heute vermutlich unvorstellbar – es gibt immer etwas zu essen; dazu die große Auswahl – ich kann entscheiden, was ich heute essen möchte. Es ist im Überfluss da. 

Da vergisst man gerne, dankbar zu sein, weil ja genug da ist. Das Essen, dass wir selbst besorgt haben, dafür haben wir gearbeitet und bezahlt. Also: wem sollte ich dafür dankbar sein? Eine heute weit verbreitete gesellschaftliche Haltung.

An den Jüngern Jesu im heutigen Evangelium können wir auch unterschiedliche Haltungen erkennen, wenn es darum geht, viele Menschen satt zu bekommen.
Philippus nimmt die menschliche Perspektive ein: „Was wir haben, ist nicht genug für alle. Es reicht nicht. Wir können nichts machen, um den anderen zu helfen.“

Andreas, der Bruder des Simon Petrus ist der Meinung: „Wir haben ein bisschen, aber es ist zu wenig für diese Menge, die hier versammelt ist.“ Die göttliche Perspektive: „Verteilt was ihr habt…“, gibt der Situation schließlich eine andere Dimension.

Der kleine Junge mit den zwei Fischen und fünf Gerstenbroten macht Mut, etwas von meinen Gaben, von meinen Mittel zur Verfügung zu stellen. Jeder von uns hat Fähigkeiten und Talente, der eine diese, der andere jene. Im Miteinander und Füreinander kann Großes geschehen, auch heute noch, mitten unter uns.

Ich bin überzeugt, Jesus wird seinen Segen darüber sprechen, und so kann durch jeden von uns Wunderbares geschehen. Ich wünsche allen eine erholsame Zeit.

Pater Johnson cmi

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