Ich bin das Brot

An diesen Sonntagen zu Beginn der Sommerferien hören wir in den Evangelien von Brotwundern. Von Brotvermehrungen werden wir hören und auch das Jesus über sich sagt „Ich bin das Brot“.

Es geht dabei nicht um Taschenspielertricks mit denen man Menschen in den Bann ziehen kann, indem alle satt werden und genügend zu essen haben. Mit „Brot und Spielen“ beruhigten ja die Römischen Kaiser ihr Volk.

Aber man kann fragen, was geschieht da eigentlich im Evangelium für ein Wunder durch Jesus?

Was er tut ist einfach: Er segnet z.B. fünf Brote und zwei Fische und lässt austeilen. Er dankt Gott und beginnt damit im Vertrauen auf den Vater. Der Vorrat, den sie haben, wird geteilt. Dass, was sie in den Taschen haben, gehört damit plötzlich allen. Und auf wunderbare Weise reicht es dann auch für alle.

Papst Franziskus hat mal gesagt: „Nicht haben, sondern Geben ist das entscheidende im Christentum.“ Wir haben mehr in den Taschen, mehr in den Schränken, mehr in uns, wir haben mehr zu geben, als uns klar ist. Wenn dazu dann noch Engagement und Gottvertrauen kommen … dann kann man Besonderes erleben. Gut möglich, dass es immer wieder genug werden kann, dass dann alle das Nötige haben.

Die Grundhaltung des Teilens lässt Menschen zusammenrücken. Und auch das Sehen der Not anderer Menschen führt zu einer Bereitschaft zu geben. Das spüren wir im Augenblick gerade in den Katastrophen unserer Tage und der erfreulich hohen Spendenbereitschaft, in der eine große Solidarität gelebt wird.

Die Sommerferien haben nun begonnen. Eine zweckfreie und erholsame Zeit, die so einige sehnlich erwartet haben. In den Ferien, im Urlaub muss ich eigentlich nichts haben und sammeln oder an Erlebnissen besitzen. Das wäre dann wohl eher Stress. Anstatt verplanter Ferientage finde ich viel schöner, in diesen Tagen alles als Geschenk anzusehen und die Dinge auf sich zukommen zu lassen.

Im französischen heißt Ferien „Vacances“, leere Tage (auch aus dem Lateinischen leer, frei sein). Vacances – Ferien sind also Muße-Tage in denen wir langsam leer werden können. Tage, die wir einmal freihalten sollen, von allem was uns sonst bedrängt und umtreibt. In denen wir offen sein dürfen für alles mit dem wir beschenkt werden, was andere gerne mit uns teilen wollen.

Viele machen sich jetzt auf den Weg in den Urlaub. Andere bleiben hier. Egal ob Sie irgendwo auf der Welt oder hier vor Ort sind, wir wünschen Ihnen und Euch vom gesamten Pfarrteam:

Kommt gut an! Kommt gut wieder! Bleibt gut hier! Und in allem begleite uns Gottes Segen.

Josef Wilken, Pfarrer

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