Das Kamel und das Nadelöhr

Sprichwörter und Redensarten gibt es wohl wie „Sand am Meer“. An diesem Sonntag hören wir vom Kamel, dass durch ein Nadelöhr passen soll.

Mich erinnert es an meine Schulzeit und das Fach „Textiles Gestalten“. Als Grundschüler war es gefühlsmäßig wahrscheinlich auch ein Kamel und kein Nähgarn, das durch das Nadelöhr eingefädelt werden musste. Mit viel Geduld und Mühe hat man den Faden dann aber doch irgendwie durch das Nadelöhr befördert. Aber seitdem bin ich mir sicher, ein Kamel passt nicht durch ein einfaches Nadelöhr!

Um auf das Evangelium vom Sonntag zurückzukommen: Wie schwer ist es eigentlich in Gottes Reich zu kommen, wenn ein Kamel leichter durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes kommt?

Wer kann dann überhaupt in das Reich Gottes kommen?

Da stellt man sich doch automatisch die Frage: Wer ist reicht? Der durchschnittliche Haushalt in Europa besitzt etwa 10.000 Objekte. (Quelle: SRF) Ist man reich, wenn man so viele Dinge besitzt? Lässt sich Reichtum an meinem Kontostand messen? Oder bin ich reich, wenn ich mich reich fühle? Bin ich dem „schnöden Mammon“ verfallen? Und wenn ja, habe ich dann keine Chance mehr in das Reich Gottes zu gelangen? „Um Himmels willen!“ das wäre ja eine „Hiobsbotschaft“! Auch die Jünger waren damals bestürzt über diese Aussage!

Das regt mich zum Nachdenken an! Was ist eigentlich für mein Leben wichtig? Sind es 10.000 materielle Dinge oder etwa viel Geld auf meinem Konto? Hindert mich mein „Reichtum“ daran auf Gott zu vertrauen?

„Gott sei dank“ lässt Jesus das nicht so stehen! Er sagte „Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich.“

Für uns scheint es unmöglich ein Kamel durch ein Nadelöhr zu bekommen, für Gott ist es ein Leichtes. Wir können, sollen und dürfen Gott bedingungslos vertrauen denn

„Für Gott ist alles möglich!“

Tanja Esters  Gemeindereferentin

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